Um 17 Uhr versammelten sich die eingeladenen Experten, die beteiligten Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler im Foyer der Realschule. Die stellvertretende Schulleiterin, Claudia Süß-Räuchle, begrüßte Schülerinnen und Schüler sowie die 15 Experten, die sich an diesem Abend Zeit genommen haben, ihre Berufe vorzustellen. Der Expertenabend zeige, welch zentrale Rolle eine frühzeitige und praxisnahe Berufsorientierung spielt. Eltern, Bildungspartner, Unternehmen aus der näheren Umgebung, weiterführende Schulen und ehemalige Schülerinnen und Schüler boten ein breit gefächertes Berufsspektrum an. Claudia Queißer, Beauftragte für Berufsorientierung und Hauptverantwortliche für den Abend, erklärte den Neuntklässlern den Ablauf und ermutigte die Schüler, sich Informationen aus erster Hand zu holen und persönliche Fragen zu stellen. Drei der sechs Bildungspartner der Schule waren an diesem Abend vertreten: Sebastian Schwarz, selbst einst Schüler der FSR, stellte für die Firma Romai aus Horrheim den Beruf des Feinwerkmechanikers vor und berichtete authentisch über seinen Berufsalltag. Die BW-Bank informierte über die Ausbildung zum Bankkaufmann sowie weitere Berufe und Studiengänge bei der Bank. Der Industriekaufmann/die Industriekauffrau wurde vom Bildungspartner Jung since 1828 vorgestellt.
Besonders eindrucksvoll waren die Beiträge ehemaliger Schülerinnen und Schüler. Sarah Berner, heute Architektin im elterlichen Betrieb (Fink Bedachungen in Illingen), veranschaulichte die Vielseitigkeit des Dachdeckerhandwerks. Auch Niklas Stäcker und Judith Wagner, ausgebildete Vermessungstechniker und inzwischen Vermessungsingenieure, demonstrierten mit modernen Messinstrumenten wie präzise ihr Beruf arbeitet. Colin Weißschuh, der erst vor zwei Jahren seinen Realschulabschluss an der FSR absolviert hat und durch den Expertenabend damals seinen Ausbildungsplatz erhalten hat, gab Einblicke in die Arbeit des internationalen Unternehmens Hitachi Rail und zeigte auf, welche Ausbildungs- und Studienwege sich im Bereich moderner Verkehrssysteme eröffnen.
Auch im technisch-handwerklichen Bereich war das Interesse groß: Hörgeräte Vogt aus Vaihingen stellte den Beruf des Hörgeräteakustikers vor, die Firma Avantec aus Illingen präsentierte Ausbildungswege im Metall- und kaufmännischen Bereich. Jens Rentschler, Elternbeiratsvorsitzender der FSR, erläuterte anschaulich die Aufgaben des Verwaltungsfachangestellten im Schwerpunkt Digitalisierung. Die IT-Branche war mit dem Ausbildungsberuf IT-Systemelektroniker/in durch die Firma The Company aus Vaihingen vertreten und stoß bei den Jugendlichen auf großes Interesse.
Soziale Berufe und Berufe im Gesundheitswesen rundeten das Angebot ab. Marcus Gayer von der Sozialstation Vaihingen/Enz und Constanze Kustosch sprachen über den Beruf des Pflegefachmanns/der Pflegefachfrau, wobei sie die verschiedenen Facetten des Berufs darlegten. Sportlich Interessierte informierten sich bei der Sport- und Physioschule Glucker aus Kornwestheim über Ausbildungsmöglichkeiten zum Sport- und Gymnastiklehrer oder zum Physiotherapeuten. Für Schülerinnen, die einen höheren Bildungsabschluss anstreben, präsentierte das Lichtensterngymnasium Sachsenheim sein Angebot als Aufbaugymnasium.
Im Vorfeld hatten die Schülerinnen und Schüler drei Wunschberufe ausgewählt und durchliefen an diesem Abend drei Informationsblöcke. Das bewährte Kleingruppenkonzept ermöglichte intensive Gespräche in persönlicher Atmosphäre. „In kleiner Runde trauen sich die Jugendlichen viel eher nachzufragen“, lobte ein Experte das Format. Nachdem sich die Neunt- und teilweise auch Zehntklässler, die sich noch für keinen Beruf festgelegt haben, informiert hatten, kamen die Expertinnen und Experten in der „Expertenlounge“ im Foyer zusammen. Bei Getränken vom Elternbeirat und liebevoll gestaltetem Catering der AES-Gruppe Klasse 8 unter der Leitung von Lehrerin Friederike Gärtner, konnten die Experten und Lehrkräfte ins Gespräch kommen und den Abend reflektieren. Die Schülerinnen und Schüler erhielten für ihre Teilnahme ein Zertifikat.
Der Expertenabend zeigt eindrucksvoll, wie wertvoll die enge Zusammenarbeit zwischen Schule und Praxis ist. Für manche eröffnete sich an diesem Abend ein neues berufliches Fenster, für andere konkretisierte sich ein lang gehegter Wunsch oder wie es eine Neuntklässlerin formulierte: „ Jetzt weiß ich endlich, in welche Richtung ich beruflich gehen möchte.“