Den Auftakt machten die Ausbildungsbotschafter der IHK Region Stuttgart. Junge Auszubildende stellten ihre Berufe vor und berichteten offen über ihren Weg in die Ausbildung.
Gerade der geringe Altersunterschied zwischen den Ausbildungsbotschaftern und den Schülerinnen und Schülern sorgte schnell für eine lockere Atmosphäre. Die Schülerinnen und Schüler nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen – über die Bewerbungsunterlagen, über den Arbeitsalltag, bis hin zu Verdienstmöglichkeiten und Aufstiegschancen. „Es ist etwas ganz Anderes, wenn junge Menschen erzählen, die selbst erst vor wenigen Jahren noch in der Schule waren“, fasste Claudia Queißer, Beauftragte für Berufsorientierung, den Vormittag zusammen.
An einem anderen Tag wurde das Klassenzimmer zur digitalen Baustelle. Mit dem „Digitalen Werkzeugkoffer“ der Bauwirtschaft lernten die Jugendlichen Berufe im Hoch-, Tief- und Ausbau kennen. Der rund 90-minütige Workshop verband moderne Technik mit praktischen Übungen und zeigte, wie innovativ die Bauwirtschaft heute arbeitet.
Besonders beeindruckend waren die Augmented-Reality-Anwendungen. Durch das Scannen spezieller Markerkarten entstanden auf den Tablets dreidimensionale Wohnhäuser und Brücken, die scheinbar mitten im Klassenzimmer gebaut wurden. Gleichzeitig erfuhren die Schülerinnen und Schüler, welche Bedeutung Klimaschutz, Nachhaltigkeit und innovative Baustoffe für die Bauwirtschaft haben. „Das hat richtig Spaß gemacht. Ich hätte nie gedacht, dass auf dem Bau so viel mit digitalen Technologien gearbeitet wird“, erzählte ein Schüler begeistert.
Ein weiterer Höhepunkt war der Praxistag Geodäsie im Rahmen der Aktionswoche Geodäsie Baden-Württemberg unter dem Motto „Faszination Erde – Deine Zukunft“. Viele Jugendliche staunten, wie oft sie im Alltag auf Geodaten zurückgreifen – beim Navigieren mit dem Smartphone, bei digitalen Karten oder in 3D-Stadtmodellen.
Noch spannender wurde es, als sie selbst aktiv werden durften. Mit Nivelliergeräten bestimmten sie Höhenunterschiede, führten satellitengestützte Vermessungen durch und beobachteten die dreidimensionale Datenerfassung mit Laserscanner und Drohne. So wurde deutlich, wie wichtig Geodätinnen und Geodäten für Bauprojekte, Umweltschutz, Stadtplanung und die Digitalisierung sind.
Ein weiterer wichtiger Baustein der Berufsorientierung war für die Neuntklässler der Besuch der vocatium-Fachmesse für Ausbildung und Studium in Stuttgart. Bereits im Vorfeld hatten sich die Jugendlichen intensiv auf den Messetag vorbereitet. Sie informierten sich über Unternehmen, weiterführende Schulen, sowie Arbeitgeber und Institutionen wie Bundeswehr, Zoll und Polizei. Anschließend erhielten sie individuell vereinbarte Gesprächstermine mit den jeweiligen Ausstellern.
Diese persönlichen Gespräche boten den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, erste Erfahrungen in einer Situation zu sammeln, die einem echten Vorstellungsgespräch sehr nahekommt. In einer angenehmen und wertschätzenden Atmosphäre beantworteten Personalverantwortliche geduldig alle Fragen und gaben hilfreiche Tipps rund um Bewerbung, Ausbildung und berufliche Perspektiven. „Die Gespräche waren viel entspannter, als ich erwartet hatte. Ich habe gemerkt, dass die Unternehmen wirklich Interesse an uns Jugendlichen haben“, berichtete ein Schüler.
Auch aus Sicht der Schule ist die vocatium ein wertvoller Bestandteil der Berufsorientierung. „Die Schülerinnen und Schüler lernen, selbstbewusst auf Unternehmen zuzugehen, Fragen zu stellen und sich zu präsentieren. Das sind wichtige Erfahrungen für ihren weiteren Berufsweg“, betont die Schule. Die Resonanz der Jugendlichen fiel durchweg positiv aus. Einige konnten ihren bisherigen Berufswunsch bestätigen, andere entdeckten durch die Gespräche ganz neue, berufliche Möglichkeiten, an die sie zuvor noch gar nicht gedacht hatten. Damit wurde der Messebesuch zu einer wertvollen Orientierungshilfe auf dem Weg in die berufliche Zukunft.
Für die Ferdinand-Steinbeis-Realschule sind solche Angebote ein wichtiger Bestandteil der Berufsorientierung. „Berufsentscheidungen fallen leichter, wenn junge Menschen Berufe nicht nur aus Broschüren kennen, sondern mit Menschen ins Gespräch kommen und selbst ausprobieren können“, versicherte die Schule. Genau diese Mischung aus persönlichen Begegnungen, praktischen Erfahrungen und modernen Technologien machte die Veranstaltungen zu einem gelungenen Abschluss der Berufsorientierung in diesem Schuljahr. Vielleicht hat der eine oder die andere dabei bereits den ersten Schritt in Richtung Traumberuf gemacht.